Gaskocher mit Topf auf einer grünen Gaskartusche, die mit orangefarbenen Standfüßen auf Rindenmulch steht

Stromausfall zu Hause: Das brauchst du wirklich

Wenn der Strom ausfällt, ist es meistens nach ein paar Minuten vorbei. Aber manchmal dauert es Stunden, und dann merkst du schnell, was dir fehlt: Licht, ein geladenes Handy, ein warmes Getränk, ein Radio. In diesem Ratgeber geht es um kurze Stromausfälle bis zu einem Tag. Du erfährst, was Behörden und Verbraucherzentralen empfehlen, wie du dich einfach vorbereitest und wie du in zwölf Stunden Stromausfall herausfindest, was bei dir noch fehlt.

Stand der Recherche: November 2026. Preise und Herstellerangaben ändern sich, prüfe sie vor dem Kauf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Stromausfall von wenigen Stunden ist unangenehm, aber gut zu überstehen, wenn du Licht, Information und etwas Warmes bereit hast.
  • Licht: Stirn- oder Taschenlampe an einem festen Platz. Information: Batterie- oder Kurbelradio, dazu das Handy mit geladenem Akku oder Powerbank.
  • Essen und Trinken: kalt essbare Vorräte und Wasser. Warmes Wasser geht mit Kocher im Freien oder Thermoskanne.
  • Kochen und Heizen gehören nach draußen oder brauchen Zulassung und Lüftung. Kohlenmonoxid ist geruchlos und lebensgefährlich.
  • Mach einen Test: Schalte zu Hause zwölf Stunden den Strom aus, bis in die Dunkelheit hinein. Das zeigt dir am schnellsten, was fehlt.

Wie wahrscheinlich ist ein Stromausfall?

In Deutschland ist die Stromversorgung sehr zuverlässig. Die Bundesnetzagentur meldet für 2024 im Schnitt 11,7 Minuten ungeplante Unterbrechung pro Verbraucher und Jahr. Vor fast 20 Jahren waren es noch 21,5 Minuten. Erfasst werden nur Ausfälle, die länger als drei Minuten dauern. Geplante Abschaltungen und Schäden durch Naturkatastrophen sind in dem Wert nicht enthalten.

Das bedeutet: Kurze Ausfälle kommen vor, ein langer Ausfall ist selten. Sturm, Hochwasser, Schnee, Bauarbeiten oder ein Defekt im Netz können aber trotzdem dazu führen, dass der Strom in deiner Straße für Stunden weg ist. Genau dafür lohnt sich eine einfache Vorbereitung.

Die ersten 30 Minuten

  1. Prüfe, ob nur bei dir etwas ausgefallen ist. Sieh nach, ob die Sicherung geflogen ist oder ob auch die Nachbarn und die Straße dunkel sind.
  2. Schalte Herd, Backofen und Geräte aus, die beim Wiederkehren des Stroms Schaden anrichten können. Sonst droht Brandgefahr, wenn der Strom plötzlich zurückkommt.
  3. Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen halten. Der Kühlschrank hält die Kälte etwa vier bis sechs Stunden, der Gefrierschrank oft bis zu 48 Stunden (Details im Lebensmittel-Ratgeber).
  4. Licht holen: Taschenlampe oder Stirnlampe. Kerzen nur mit Vorsicht und nie unbeaufsichtigt.
  5. Informiere dich: Radio oder Handy. Informationen und Warnungen findest du in der Warn-App NINA, soweit das Netz funktioniert.
  6. Sieh nach Nachbarn, die Hilfe brauchen könnten, vor allem Ältere und Menschen mit Medizingeräten.

Licht und Information

  • Stirn- oder Taschenlampe für jede Person, an einem festen Platz, den du auch im Dunkeln findest. Ersatzbatterien dazu. Mit einer Stirnlampe hast du beide Hände frei.
  • Kerzen und Teelichter nur in stabilen Haltern, nie unbeaufsichtigt und nicht in der Nähe von Vorhängen.
  • Radio: Batterie-, Kurbel- oder Solarradio. Die BBK-Empfehlungen und viele Kommunen nennen es als Basis, weil du darüber Durchsagen der Behörden hörst, auch wenn das Handynetz ausfällt.
  • Warn-App NINA auf dem Handy, solange das Netz funktioniert. Das Handynetz kann bei einem Stromausfall überlastet sein oder ausfallen.
  • Notruf 112: Wenn er funktioniert, nenne Adresse, Stockwerk, was passiert ist und wie viele Personen betroffen sind. Lege erst auf, wenn die Leitstelle es sagt.

Handy und Strom

Das Handy ist im Stromausfall Radio, Lampe und Telefon in einem. Damit der Akku lange durchhält:

  • Akku vorher laden und im Stromausfall sparen: Display dunkler, Energiesparmodus, Apps schließen.
  • Powerbank: Die einfachste Lösung. Eine Powerbank mit 10.000 mAh reicht je nach Gerät für ein bis zwei volle Handyladungen. Lade sie hin und wieder nach, denn Akkus entladen sich mit der Zeit.
  • Auto: Ladekabel oder 12-Volt-Adapter. Wenn du den Motor laufen lässt, nur im Freien, nie in einer geschlossenen Garage (Abgasgefahr).
  • Powerstation: Eine große Batterie mit Steckdose, die auch Router, Laptop oder einen Kühlschrank versorgen kann. Als Faustformel nennen Hersteller: Kapazität in Wattstunden mal 0,85, geteilt durch die Leistung der Geräte in Watt, ergibt die Laufzeit in Stunden. Eine Powerstation ist laut Ratgebern keine Dauerlösung für längere Ausfälle, es sei denn, du kannst sie per Solar nachladen. Unabhängige Tests (Stiftung Warentest) habe ich dazu nicht gefunden.

Warmes Wasser und Kochen

Warmes Wasser macht Tee, Suppe und Instant-Mahlzeiten möglich und hebt die Laune. Dafür reicht eine kleine, sichere Wärmequelle:

Gaskocher mit Topf auf einer grünen Gaskartusche, die mit orangefarbenen Standfüßen auf Rindenmulch steht
Gaskocher mit Standfuß an der Kartusche: stabil und schnell warm. Nur im Freien benutzen.
  • Camping- oder Gaskocher mit Kartusche: nur im Freien benutzen (Balkon, Terrasse), nie in geschlossenen Räumen. Übe den Umgang, bevor du ihn brauchst.
  • Brennpaste (wie beim Fondue) eignet sich für kleine Mengen bei guter Lüftung. Beachte die Herstellerhinweise.
  • Thermoskanne: Heißes Wasser bleibt stundenlang warm, gut für die Nacht und morgens.
  • Elektrischer Wasserkocher an einer Powerstation braucht viel Leistung (meist über 1.500 Watt) und leert den Akku schnell.

Alles Weitere zu Vorrat und Kochen findest du im Lebensmittel-Ratgeber.

Wärme: was geht, was nicht

Bei kurzen Ausfällen im Winter hilft meist: warme Kleidung, Decken, Schlafsack und ein kleiner Raum, in dem ihr euch aufhaltet. Das ist sicherer als jede Notheizung.

Gefährlich wird es, wenn man mit Geräten heizt, die dafür nicht gemacht sind. Offenes Feuer und schlechte Lüftung können Kohlenmonoxid (CO) erzeugen. CO ist farb- und geruchlos, breitet sich in geschlossenen Räumen schnell aus und wird von Rauchmeldern nicht erkannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt deshalb zusätzlich CO-Warnmelder.

  • Nie in Innenräumen: Holzkohlegrill, Campingkocher zum Heizen, Gasgrill, Heizpilz, dieselbetriebene Notstromaggregate.
  • Vorsicht bei Internet-Tricks wie dem Teelichtofen aus Blumentöpfen: Er erzeugt kaum Wärme, aber Brand- und CO-Risiko. Davor wird ausdrücklich gewarnt.
  • Notheizung mit Zulassung nur nach Herstellerangabe, mit Lüftung und CO-Melder.
  • Regelmäßig lüften, auch wenn es kalt wird.

Kleine Dinge helfen: Türen schließen, Vorhänge zuziehen, Räume verkleinern, Wärmflasche mit heißem Wasser aus dem Kocher oder der Thermoskanne.

Kochen und Essen

Kaltes Essen ist am einfachsten: Brot, Konserven, Nüsse, Obst. Alles Weitere steht im Ratgeber zum Lebensmittelvorrat, dort auch die Reihenfolge, in der du Kühl- und Gefrierware verbrauchst, und die Regeln zum sicheren Kochen im Freien.

Wasser und Hygiene

In Hochhäusern und Gebäuden mit Druckerhöhungsanlage fällt das Wasser in den oberen Stockwerken aus, sobald die Pumpe keinen Strom hat. Die Wasserwerke haben oft eigene Notstromanlagen, das garantiert aber nicht, dass das Wasser auch oben ankommt. Spare Leitungswasser, fülle einen Vorrat in Flaschen und Eimer und plane eine Ersatztoilette ein (Eimer mit Beutel). Mehr dazu in einem späteren Beitrag zum Thema Wasser.

Besondere Fälle

  • Medizingeräte (Sauerstoff, Beatmung, Insulinpumpe, Pflegebett): Kläre vorher mit Ärztin oder Arzt, dem Gerätehersteller und dem Netzbetreiber, was bei einem Ausfall passiert. Notstrom und Ersatzgeräte gehören auf einen Plan, den du kennst. Dieser Ratgeber ersetzt das nicht.
  • Mehrfamilienhaus und Aufzug: Der Aufzug bleibt stehen. Aufzug-Notrufe sind in der Regel so gebaut, dass sie auch ohne Netzstrom funktionieren.
  • Auto: Halte den Tank nicht leer. Du kannst darin Handy laden und Radio hören.
  • Smart Home und Router: Ohne Strom fällt das Internet aus. Hänge Funktionen wie Türschloss oder Heizung nicht allein an die Cloud.
  • Kinder und Haustiere: Ein ruhiger Ablauf hilft. Lampe, Spiele ohne Strom und etwas Warmes zum Trinken machen es leichter.

Der 12-Stunden-Test: so findest du heraus, was fehlt

Das Beste, was du tun kannst: Probiere es aus. Ein geplanter Stromausfall zeigt dir ehrlicher als jede Checkliste, was bei dir fehlt. So gehst du vor:

  • Wähle einen passenden Tag, an dem du zu Hause bist, und beginne am besten am späten Nachmittag, sodass die Dunkelheit hineinfällt. Zwölf Stunden reichen für den Abend, die Nacht und den Morgen.
  • Schalte den Strom in deiner Wohnung aus, zum Beispiel über die Sicherungen in deiner Wohnungsverteilung. Den Hausanschlusskasten und fremde Anlagen lässt du in Ruhe. Prüfe vorher, ob deine Heizung, Kühl- und Medizingeräte das vertragen. Bei Gasheizungen, Wärmepumpen oder Medizingeräten ist der Test nichts für den tiefsten Winter und nicht ohne Absprache.
  • Lebe, als wäre es ein echter Ausfall: Abendessen kochen, Handy laden, Licht finden, die Nacht verbringen, morgens Wasser warm machen.
  • Notiere, was nicht klappt oder fehlt. Wo ist die Taschenlampe? Reicht die Powerbank? Wie kommst du an warmes Wasser? Was fehlt den Kindern?
  • Schalte den Strom nach den zwölf Stunden wieder ein und prüfe Kühl- und Gefrierschrank (wenn du sie ausgeschaltet hattest, auch ihre Temperatur).
FrageHat es geklappt?Was fehlt / was ändere ich?
Licht in jedem Raum, den ich brauche
Handy laden, Powerbank reicht
Warmes Wasser machen
Radio oder Informationen
Warm bleiben in der Nacht
Essen ohne Strom
Wasser und Toilette

Mit dem Vorsorgeplaner machst du aus deinen Notizen eine Liste für deinen Haushalt.

Wenn der Strom wiederkommt

  • Geräte erst nach und nach einschalten, damit keine Lastspitze entsteht.
  • Kühl- und Gefrierware prüfen. Bei Zweifeln wegwerfen, Details im Lebensmittel-Ratgeber.
  • Heizung, Router und Smart-Home-Geräte neu starten und auf Fehler prüfen.
  • Akkus, Powerbank und Batterien wieder aufladen oder ersetzen. Notiere, was du nachkaufen musst.

Dein Startpaket für kurze Stromausfälle

  • Strom und Information: Powerbank (aufgeladen), Ladekabel, Batterie- oder Kurbelradio, NINA-App.
  • Licht: Stirnlampe pro Person, eine Laterne, Ersatzbatterien.
  • Warmes Wasser: Camping- oder Gaskocher mit Kartuschen, Feuerzeug, Topf, Thermoskanne.
  • Wärme: Decken, Schlafsäcke, warme Kleidung, Wärmflasche.
  • Essen und Wasser: kalt essbare Vorräte für ein paar Tage, Wasser in Flaschen.
  • Sicherheit: CO-Melder, Rauchmelder, ein kleiner Feuerlöscher oder eine Löschdecke.
  • Unterlagen und Notizen: Telefonnummern auf Papier, Adresse, Medikamentenliste.

Mein Tipp: Handy laden und Wasser erwärmen, dann testen

Für kurze Stromausfälle bis zu einem Tag sind für mich zwei Dinge am wichtigsten: eine Lademöglichkeit für das Handy und etwas, um Wasser zu erwärmen. Damit bist du informiert und erreichbar, und du hast etwas Warmes zu trinken und zu essen.

Mein Rat: Teste einen Stromausfall für zwölf Stunden, wenn du zu Hause bist, und lass ihn in die Dunkelheit hineinlaufen. Das zeigt dir am schnellsten, was bei dir fehlt.

Jonas, Nature-Base

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine medizinische, technische oder rechtliche Beratung. Elektro-, Gas- und Heizungsanlagen gehören in die Hände von Fachleuten. Bei Medizingeräten klärst du vorher mit Arzt und Hersteller, was bei einem Ausfall passiert. Offizielle Hinweise der Behörden gehen vor. Preise und Herstellerangaben wurden nicht unabhängig geprüft.

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